Der Menschenfeind
31 de agosto de 2026, Open-Air-Bühne des Rodauner Theater Sommer - Mostrar detallesOcultar detalles
- Fecha
- lunes, 31 de agosto de 2026, 19:30, Fin: 21:30
- Lugar
- Open-Air-Bühne des Rodauner Theater Sommer, Rodauner Kirchenplatz, 1230 Wien, Austria
- Organizador
- Kulturverein Rodaun Aktiv

Todas las horas se muestran en la zona horaria local (hora de Europa central).
Mit Der Menschenfeind schuf Molière eine seiner schärfsten Komödien. Im Zentrum steht Alceste, ein radikaler Verfechter der Wahrheit, der Heuchelei, Eitelkeit und gesellschaftliche Maskenspiele verachtet. Seine kompromisslose Ehrlichkeit macht ihn zum Außenseiter und bringt ihn nicht nur in Konflikt mit seiner Umwelt, sondern auch mit Célimène, die das Spiel der sozialen Anpassung virtuos beherrscht.
Die Inszenierung liest den „Menschenfeind“ als hochaktuelles Stück über den Konflikt zwischen Authentizität und Anpassung. Alcestes radikaler Individualismus trifft auf eine Gesellschaft, die auf Oberflächen, Konventionen und taktische Beziehungen setzt. Molières Satire entlarvt dieses System als moralisch hohl und von Egoismen geprägt. Dabei bleibt das Stück bewusst ambivalent: Alcestes Wahrheitsanspruch ist ebenso konsequent wie zerstörerisch. Seine Weigerung, Kompromisse einzugehen, führt nicht zu Veränderung, sondern zu Isolation. Aus dieser Spannung entwickelt sich eine präzise Tragikomik, die zwischen Humor und Unbehagen oszilliert, ohne die Schärfe der Gesellschaftskritik zu mildern.
Die Regie von Luisa Stachowiak verortet das Stück konsequent in der Gegenwart. Moderne Kostüme und eine zeitgenössische Ästhetik unterstreichen die Aktualität der zentralen Fragen: Wie viel Wahrheit verträgt das soziale Miteinander – und wo wird Ehrlichkeit zur Zumutung? Besetzt ist die Produktion mit Peter Wälter als Alceste sowie Emily Busvine, Finn Harland, Katharina Hauer, Hans Lagers, Andreas Ludwig, Louis Nostitz, Christoph Sautter und Annina Zechmeister. Gemeinsam erzählen sie eine kluge, unterhaltsame und zugleich unbequeme Geschichte über den Wunsch nach Aufrichtigkeit in einer Welt der Fassaden – damals wie heute.
