Sergej Lebedev

12. Mai 2026
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Literaturhaus Salzburg
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Datum
Dienstag, 12. Mai 2026 um 19:30
Veranstaltungsort
Literaturhaus Salzburg, Strubergasse 23 / H. C. Artmann-Platz, 5020 Salzburg, Austria
Veranstalter
prolit

Alle Zeitangaben in der lokalen Zeitzone (Mitteleuropäische Zeit).

Literatur als Ausgrabung, als Expedition in die Tiefe, als Sichtbarmachung: Der neueste Roman des russischen, im Exil lebenden Autors Sergej Lebedew führt ins Jahr 2014: Eine malaysische Passagiermaschine wird abgeschossen, ihre Trümmer liegen verstreut in der Landschaft im Donbass, im Osten der Ukraine, nahe einem Stollen, in dem sich Massengräber aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Hier lebt auch Marianna, die „Beschützerin“, zu Sowjetzeiten war sie Leiterin der Wäscherei der Bergwerkssiedlung, hat Kohlestaub aus der Kleidung gewaschen. Nun ist sie an Krebs erkrankt, ein langsames Sterben. Die Tochter Shanna wird sie begleiten, sie bricht ihr Studium in Charkiw ab und kehrt zurück in den Donbass, der bereits von russischen Separatisten eingenommen ist.

Schicht für Schicht legt der gelernte Geologe Sergej Lebedew in seinem furiosen Roman sowjetisch-russische Gewaltgeschichte offen und zieht schonungslos Verbindungen zur Gegenwart.

Moderation und Übersetzung: Peter Deutschmann

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